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Engagement für Familienunternehmen

Im Interview mit Doris Zur Mühlen

Doris Zur Mühlen ist Vizepräsidentin des Verbandes DIE FAMILIENUNTERNEHMER und eine echte Powerfrau. Sie setzt sich für das Thema Digitalisierung ein und will mehr Begeisterung für das Unternehmertum wecken. Wir haben mit ihr über ihre Arbeit gesprochen.

©DIE FAMILIENUNTERNEHMER/Anne Großmann Fotografie.

Sie sind seit Mai 2019 Vizepräsidentin des Verbandes DIE FAMILIENUNTERNEHMER – vor welchen besonderen Herausforderungen stehen die Familienunternehmen zurzeit?

Eine der größten Herausforderungen ist nach wie vor der Fachkräftemangel. Eine Umfrage unter unseren Mitgliedern hat dies bestätigt. Für 72 Prozent der Befragten ist Fachkräftemangel die größte Herausforderung. Aktuell ist die Reform der Grundsteuer ein Thema, das uns beschäftigt. Und natürlich das Transparenzregister.



Welche Themen rücken für Sie in den Fokus? Gibt es konkrete Projekte, die Sie unterstützen?

Wir Familienunternehmer setzen auf eine offensive Wirtschaftspolitik, die die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen in den Mittelpunkt stellt. Als Gegenvorschlag zur Industriestrategie 2030 unseres Bundeswirtschaftsministers haben wir unser Nationales Fitnessprogramm erarbeitet. Diese konkreten Vorschläge sind sofort umsetzbar und stärken unseren Standort im internationalen Wettbewerb.

 

Sie sind in der Metropole Ruhr sehr engagiert – was ist das Besondere am Ruhrgebiet? Wo sehen Sie die Potenziale der Region?

Die Region hat enormes Potenzial. 21 Hochschulen und 60 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen gibt es hier vor Ort. Ein Problem sehe ich darin, dass es junge Menschen in andere Metropolregionen zieht. Wir müssen uns stärker darum bemühen, junge Talente, die sich im Ruhrgebiet ausbilden lassen, durch attraktive Angebote hier zu halten.

 

Wie kann die Metropole Ruhr im internationalen Wettbewerb bestehen?

 

 

 

Wir müssen den Strukturwandel engagiert und zukunftsgerichtet angehen, zum Beispiel in dem Arbeitslose entsprechend qualifiziert werden. Zudem müssen wir mehr Begeisterung für Unternehmertum wecken und die Gründerkultur stärken.

Die heutigen und die künftigen Arbeitskräfte sollten langfristig und zukunftsorientiert unterstützt werden. Dies reicht von der Bildung der Kinder bis hin zum Abbau der Bürokratie, z. B. wenn es um die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse geht.

Kurz nach der Wahl: Dr. Karl Tack, Doris Zur Mühlen, Reinhold von Eben-Worlée und Udo J. Vetter (v.l.n.r.).

Was raten Sie jungen Frauen und Mädchen, die ein Unternehmen gründen wollen?

Ich sage: Macht es! Das ist der erste und wichtigste Schritt. Getreu dem Motto „Ein Weg entsteht, indem man ihn geht“ sollte „frau“ verfahren. Rechtliche Vorgaben sollte man bei allem Aktionismus natürlich nicht ausblenden. Praxis und Theorie sollten idealerweise im Einklang miteinander stehen. Diese Balance findet sich mit der Zeit – es gibt viele positive Vorbilder!

Wichtig ist auch, keine Angst vor Zukunftsthemen wie Digitalisierung, aber auch vor Technik und Naturwissenschaften zu haben. Hier sind aber auch die Schulen gefragt, die den Schülerinnen die Scheu vor diesen Themen nehmen und sie für die Selbständigkeit begeistern sollten!