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Kurzfristig, einfach und schnell: Arzttermine online finden

Im Gespräch mit dem Wittener Start-up Quickdoctor

 Max Schüler, Nina Sofie Krah und Lukas Liß studieren Zahnmedizin, Management und Informatik ­ und sind jetzt auch Unternehmer. Das Wittener Uni-Startup Quickdoctor hat eine Onlineplattform gestartet, die die Vermittlung von Artztterminen erleichtern soll. Patienten profitieren von der schnellen, unkomplizierten Suche. Ärzte können Terminausfälle besser kompensieren und neue Kunden gewinnen.

Welche Idee steckt hinter Quickdoctor?
Hatten Sie schon mal‘ eine akute Erkrankung und der nächste freie Termin, den Ihnen Ihr Facharzt anbieten konnte, war erst in vier Wochen? Das ist eine Erfahrung, die viele Patienten heute machen. Genau hier setzt Quickdoctor an: Unsere Online-Plattform ermöglicht es, kurzfristig Arzttermine zu finden. Für Patientinnen und Patienten ist der Service von Quickdoctor frei zugänglich und kostenlos.

Um einen Termin buchen zu können, muss nur eine Email-Adresse und eine Telefonnummer hinterlegt werden. Auf der anderen Seite können Ärzte frei gewordene Termine direkt auf unserer Plattform einstellen. Das funktioniert technisch problemlos durch die Kooperation mit Softwareherstellern.

Wie ist das Projekt Plattform entstanden?
Im Rahmen der „Gründerwerkstatt“ an der privaten Universität Witten/Herdecke, die sich über ein Semester streckte. Uns war aufgefallen, dass Ärzte kurzfristig freigewordene Arzttermine oftmals nicht mehr vermitteln können. Im Durchschnitt werden sechs Behandlungsstunden in der Woche nicht weiter genutzt. 80 Prozent der Ärzte können kurzfristig ausgefallene Termine nicht neu vermitteln. Dies waren die Ergebnisse unserer eigenen Marktumfrage mit ca. 60 Ärzten. Eine auf gesunder wirtschaftlicher Basis geführte Praxis sollte pro Behandlungsstunde jedoch einen kostendeckenden Umsatz erzielen.   Die Idee war, Kliniken und niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen, mit unserer Onlineplattform Quickdoctor eine einfache Möglichkeit zu bieten, kurzfristig freigewordene Arzttermine schnell und unkompliziert neu zu vergeben.

An welchem Punkt war Ihnen klar - wir gründen ein Unternehmen?
Nach Abschluss des Projektes merkten wir schnell, dass wir Lust hatten, Quickdoctor weiterzuentwickeln. Außerdem erhielten wir viel Zuspruch von Akteuren aus der Gesundheits- und Startup-Branche. Das hat uns angespornt.

Wer ist für welche Aufgaben bei Quickdoctor zuständig?
Lukas ist für die technische Umsetzung zuständig. Er kümmert sich um Programmierung des Backends, aber auch Teile des Frontends in Zusammenarbeit mit unserem Mitarbeiter Yanik. Nina pflegt den Kontakt und die Kommunikation mit Praxen, Kliniken und Partnern. Außerdem ist sie für die Finanzen zuständig. Max entwickelt die Vision hinter Quickdoctor und den Plan, wie es weitergehen soll. Darüber hinaus ist eine ganz klare Abgrenzung nicht möglich, da wir uns gegenseitig unterstützen, wo wir können.

Wie lässt sich das Studium mit der Arbeit verbinden?
Das klappt sehr gut. Wir versuchen immer, das theoretisch im Studium Gelernte direkt mit der Praxis und Unternehmensgründung zu verknüpfen. So entstehen Synergieeffekte. Natürlich steckt jeder von uns mal in Prüfungs- oder Praktikumsphasen. Dann muss Quickdoctor etwas zurücktreten. Wir möchten schließlich alle drei unser Studium neben dem Unternehmertum meistern.


Wo steht Quickdoctor zur Zeit?
Die Hochschulambulanz und die Zahnklink der Universität Witten/Herdecke haben wir bereits als erste Partner mit an Bord. Nun sind wir gerade dabei, Facharztgruppen wie Orthopäden, Radiologen, Kardiologen, Dermatologen und Neurologen aus dem Ruhrgebiet für Quickdoctor zu gewinnen.


Hatten Sie Unterstützung bei der Gründung?

Unterstützung erhalten wir vom Netzwerk der Uni Witten/Herdecke, dem Entrepreneurship-Zentrum Witten, wo wir Büroräume und Beratungsangebote nutzen können, aber auch von Familie, Freunden und Bekannten in verschiedensten Bereichen wie Marketing, Recht und Strategie. Zusätzlich werden wir von Gründerstipendium NRW gefördert und durch Herrn Professor Dr. Strauß, unserem persönlichen Coach, betreut.


Welche Voraussetzungen muss es idealerweise geben, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen?
Viel Begeisterung für die eigene Geschäftsidee, keine Angst vor Herausforderungen, Lust und Mut, Unternehmertum hautnah zu erleben. Nirgendwo anders ist man so direkt am Erfolg oder Misserfolg einer Unternehmung beteiligt. Wir sehen immer direkt, wo sich das persönliche Engagement lohnt und für was man sich einsetzt. Das alles sind sehr wertvolle und spannende Erfahrungen, die auch stark in die individuelle persönliche Entwicklung miteinfließen.


Welche Tipps können Sie jungen Start-ups geben?
Erstens: Lasst Euch nicht von der Komplexität der Unternehmensgründung irritieren, sondern geht immer Schritt für Schritt vor. Der Weg ist das Ziel!

Zweitens: Schnelle Rückmeldung an Kooperationspartner oder Netzwerke sind wichtig, denn nur wer dran bleibt, erreicht auch etwas!

Drittens: Das Studium nebenher als Chance sehen. Das, was man gelernt hat, direkt in die Praxis umzusetzen und verantwortungsvoll damit umgehen!