Corporate Social Responsibility, kurz: CSR, steht für ein unternehmerisches Wertemanagement, das auch die soziale und ökologische Verantwortung miteinbezieht. Bei der Frage, wie sich dieser Anspruch am besten umsetzen lässt, leistet das CSR-Kompetenzzentrum Ruhr gezielt Hilfestellung. In das Projekt eingebunden sind die Wirtschaftsförderungsagentur Ennepe-Ruhr, die Wirtschaftsförderung Dortmund, das Centrum für bürgerschaftliches Engagement (CBE) in Mülheim und das UPJ-Netzwerk für Corporate Citizenship und CSR (Berlin). Michel Neuhaus, Projektkoordinator für den Ennepe-Ruhr-Kreis, erläutert die Hintergründe.

Herr Neuhaus, was ist unter CSR zu verstehen?

In Deutschland werden häufig die Begriffe „Verantwortliche Unternehmensführung“ oder „Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen" synonym für CSR benutzt. Gemeint ist, dass Unternehmen soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung übernehmen und zwar über ihre gesamte Geschäftstätigkeit hinweg. Sprich, sowohl in der eigenen Wertschöpfungs-/Lieferkette als auch in Bereichen, die mit seinen Mitarbeitenden, Zulieferern, Kunden und dem Gemeinwesen zu tun haben. Das Bild vom „ehrbaren Kaufmann“ beschreibt sehr gut, wie Unternehmer und Unternehmerinnen in ihrem Handeln und Tun gesellschaftliche Verantwortung übernehmen können.

Geschieht CSR auf freiwilliger Basis oder sind Unternehmen dazu verpflichtet, Auskunft zu ihrem CSR-Management zu geben?

Seit 2017 gilt in Deutschland das CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG). Das bedeutet, dass kapitalmarktorientierte Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten in ihrem Lagebericht auch auf wesentliche nichtfinanzielle Aspekte ihrer Unternehmenstätigkeit eingehen müssen. Dabei geht es um Informationen zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen sowie die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Indirekt sind dadurch auch KMU als Zulieferer betroffen. Die Berichterstattung soll mehr Anreize schaffen, sich mit sozialen und ökologischen Fragestellungen zu beschäftigen, den Unternehmen aber auch helfen, ihr Risikomanagement zu verbessern. Allerdings erkennen viele Unternehmen, dass es nicht nur darum geht, eine Pflicht zu erfüllen oder – womit CSR oft verwechselt wird – Geld zu spenden, sondern dass strategisches CSR-Management sowohl dem Unternehmen als auch der Gesellschaft nützt.

Wie können Sie Unternehmen dabei helfen?

Wir bieten Unternehmen ein breites Angebot kostenfreier Beratungsmöglichkeiten, von denen sowohl CSR-Neulinge als auch CSR-erfahrene Unternehmen profitieren. Herzstück des Angebots sind zwei Workshop-Reihen: Zum einen die CSR-Qualifizierungsreihe, bei der Unternehmen die vier CSR-Handlungsfelder in Theorie und Praxis kennenlernen. Zum anderen die Peer Learning Strategieworkshops. Hier steigen Unternehmen in die CSR-Strategieentwicklung inklusive einer Wesentlichkeitsanalyse ein und erarbeiten gemeinsam Strategieansätze. Außerdem bieten wir Veranstaltungen zu Themen wie CSR-Zertifizierungen in der Lieferkette oder Stakeholdermanagement an und stellen im Rahmen von Praxisbesuchen vor Ort die CSR-Strategien von regionalen Unternehmen vor.



Wie sehen die nächsten Aktivitäten des CSR-Kompetenzzentrums Ruhr aus?

Am 12. Dezember führen wir in Kooperation mit der südwestfälischen Industrie- und Handelskammer eine Veranstaltung zum Thema „Zertifizierungen“ im CSR-Bereich durch. Insbesondere in der Automobilzuliefererindustrie wird es immer wichtiger Zertifizierungen vorweisen zu können, deshalb haben wir zum Beispiel auch Fachleute von „Drive Sustainibility“ eingeladen. Im Frühjahr 2019 werden wir eine weitere CSR-Qualifizierungsreihe und eine zweite Peer Learning Strategiereihe anbieten. Auch dafür sind noch Plätze frei.

Informationen: www.csr-ruhr.de

Bildnachweis:

Teamfoto©Frank Scheele

 

 

 

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