Der Radschnellweg Ruhr (RS1) nimmt konkrete Gestalt an: Der 101 Kilometer lange Schnellweg für Pendler, Touristen und alle, die sich mit dem Fahrrad schnell auf der Achse zwischen Hamm und Duisburg bewegen möchten, wird Schritt für Schritt ausgebaut. Doch nicht nur der „schnellste Weg durchs Revier“, sondern auch die übrigen geplanten oder bereits vorhandenen Radwege durch die Städte der Metropole Ruhr haben dafür gesorgt, dass sich das Fahrrad für Pendler zu einer echten Alternative gemausert hat.

Nachdem 2012 das Fahrrad dem Dienstwagen steuerlich gleichgestellt wurde, ist die Nachfrage nach Leasing-Fahrrädern stark gestiegen. Auch die Bochumer Veranstaltungsgesellschaft (BoVG), die die Jahrhunderthalle und die Stadthalle in Bochum betreibt, bietet ihren Angestellten seit 2017 Dienstfahrräder an. Mittlerweile nutzen bereits zehn Prozent der Belegschaft das Radleasing-Angebot. „Die Geschäftsführung hat schon vor einiger Zeit bei den Dienstfahrzeugen die Umstellung von Diesel- auf Elektroautos vorgenommen“, sagt Mona Kienitz von der BoVG. Umweltaspekte hätten dabei eine entscheidende Rolle gespielt. Und: „Im gleichen Atemzug hat die Geschäftsführung entschieden, auch das Leasen von Dienstfahrrädern zu ermöglich.“ Dabei haben die Mitarbeiter die Wahl zwischen „normalen“ Fahrrädern und E-Bikes.

Staufrei zur Arbeit kommen

Grundsätzlich existieren zwei Modelle: Entweder kauft der Arbeitgeber das Dienstrad, überlässt es dem Arbeitnehmer und schreibt den Kaufpreis als Betriebsausgabe ab. Oder, dieses Modell kommt etwa bei der BoVG  zum Einsatz: Der Arbeitgeber least das Fahrrad, und die monatlichen Kosten werden vom Bruttolohn des Beschäftigten abgezogen. Kienitz: „Der Arbeitnehmer vereinbart dann mit dem Unternehmen eine so genannte Lohnumwandlung.“ Kurz gesagt: Ein Teil des Gehaltes wird zum Sachlohn.

Für die Benutzung des Rades nach Feierabend müssen Arbeitnehmer übrigens ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern und auch Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Nach Leasingende können die Arbeitnehmer das Rad dann meist übernehmen. So auch bei der BoVG. Kienitz: „Bei uns laufen die ersten Verträge ja erst Ende 2019 aus. Von unserem Leasing-Partner wissen wir allerdings, dass wohl die meisten ihr geleastes Fahrrad nach Vertragsende gerne behalten möchten.“ Alternativ kann man aber natürlich auch einen neuen Leasingvertrag abschließen.

Übigens: Das Dienstfahrrad weist nicht nur Vorteile für die Umwelt auf. Studien zeigen bei Erwerbstätigen, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, positive Ergebnisse im Hinblick auf Arbeitsfähigkeit, Body-Maß-Index, Wohlbefinden. Wer staufrei zur Arbeit kommt, ist kreativer und produktiver, lautet die Kurzformel. Gesündere Mitarbeiter, bessere Luftqualität in den Städten – mehr als eine halbe Million Beschäftigte pendelten 2017 NRW-weit mit dem Fahrrad zur Arbeit. Dem stehen allerdings nach wie vor 4,7 Mio Pendler gegenüber, die das Auto nutzen; viele Revierstädte liegen hier weiterhin deutlich über dem Durchschnitt. Eine Statistik, die sich zukünftig ändern soll. Auch durch Vorhaben wie den RS 1.