Sie haben gemeinsam mit der BMR das Projekt Innovation Bridge Israel vorgestellt. Was kann das Projekt für die Region und für das Land NRW tun?

Israel ist eines der bedeutenden Innovationszentren, z.B. bei den Themen Digitalisierung, Energie, Agrarwirtschaft und Medizin. Diese vier Felder werden in unserem Jahrhundert im Zentrum der technischen Entwicklung stehen. Für die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen ist es wichtig, einen engen Kontakt zur Gründerszene und zu den viele hervorragenden High-Tech Unternehmen in Israel zu haben. Dort entstehen seit Jahrzehnten Technologien, die die Welt verändern.

Wie kann die Metropole Ruhr von Israel lernen und umgekehrt?

Schaut man sich an, wie viel internationales Kapital in die israelische Startup-Szene fließt, dann kann man schon fast ein wenig neidisch werden. Das „Silicon Wadi“ ist nach „Silicon Valley“ in den USA weltweit die Nummer Zwei. Es ist ein Austausch auf Augenhöhe. Wir haben in der Partnerschaft zu Israel viel zu bieten. Wenn es darum geht aus guten Ideen innovative Produkte zu entwickeln, und sie langfristig auf internationalen Märkten zu positionieren, dann müssen sich unsere Konzerne und auch der industriellen Mittelstand in Nordrhein-Westfalen nicht verstecken. Israelische Kreativität und nordrhein-westfälische Innovationsfähigkeit ergänzen sich prima.

Sie sind für die Landesregierung mit der Organisation der Ruhr-Konferenz betraut. Was sind die Top-3 Ziele der Konferenz - und vielleicht auch Ihre persönlichen?

Wir haben gut ausgebildete Menschen, die ihre Ideen umsetzen und sich so für unsere Gesellschaft engagieren. Wir schreiben den Menschen nicht vor was sie machen sollen, sondern fördern Initiative und Freiräume für Kooperationen. Das Ergebnis des Prozesses werden konkrete Erleichterungen und Verbesserungen für das Ruhrgebiet sein. Wenn wir das erreichen, haben wir viel erreicht.

Wo sehen Sie dabei noch besondere Chancen und Herausforderungen?

Noch neugieriger auf Neues werden und noch mehr Selbstbewusstsein entwickeln, ohne der Versuchung von Überheblichkeit zu erliegen! Wir haben uns zu lange einreden lassen, wir lägen am Boden und könnten es nur mit Hilfe von außen schaffen kann. Das hat uns lethargisch gemacht. Ich wünsche mir, dass der Wille, aus eigener Kraft erfolgreich zu sein, wieder zunimmt. Die besondere Chance liegt in den Menschen des Ruhrgebiets mit ihrer Offenheit, ihrer Neugier und ihrem Humor.


Auf welchem Stand ist der Prozess der Ruhr-Konferenz und wie sehen die nächsten Schritte aus?

Das Landeskabinett hat am 31. August auf Zeche Zollverein das Startsignal für die Ruhr-Konferenz geben und 20 Themenforen beschlossen. Nun wird wie man bei uns im Ruhrgebiet sagt: „Leben in die Bude kommen“. Wir stehen, um ein sportliches Bild zu bemühen, in einem Marathonlauf. Die Zwischenzeit nach dem ersten Kilometer ist vielversprechend. Die Bereitschaft mitzumachen, ist groß. Von den Mitstreitern kommen Ideen und Unterstützung. Jetzt erarbeiten wir zusammen konkrete Projekte.