Nicht viele Menschen können sich in einem Rohbau vorstellen, wie das Haus später einmal aussehen wird. Da werden Grundrisse gewälzt, Visualisierungen verglichen und vor allem wird die eigene Vorstellung bemüht: Potenzielle Käufer wandern durch die leere Immobilie und verteilen gedanklich Möbel an die passenden Plätze. Was aber wäre, wenn sich der Rohbau im Handumdrehen in ein bezugsfertiges Gebäude verwandeln ließe? Das Dortmunder Unternehmen Materna TMT macht es möglich. Geschäftsführer Christoph Bette und Entwickler Andreas Kohne zum Thema „Virtual Reality“.

Inwieweit kann Virtual Reality in der Immobilienwirtschaft helfen?

Christoph Bette: Nehmen wir an, jemand möchte ein Haus kaufen oder eine Wohnung mieten. Dann gibt es da eine Beschreibung, ein paar nette Zeichnungen, und dann steht darunter so etwas wie: Baubeginn 2021. Niemand kann sich dabei vorstellen, wie das sein wird. Unsere Idee war, diese Vorstellungslücke zu schließen - mit Hilfe von Virtual Reality.

 

Wer sind Ihre Kunden?

Bette: Das können Immobilienmakler sein, die zeigen wollen, wie eine Wohnung mit anderen Möbeln oder neuen Türen aussieht. Das sind aber auch Architekturbüros und Bauträger, die Häuser darstellen wollen, die bisher nur als Plan existieren. Wir können alles passgenau konfigurieren, etwa spezielle Lichtschalter oder Badezimmer. Eine Vier-Zimmer-Wohnung können wir für ein älteres Paar konfigurieren oder für eine Familie mit zwei Kindern. Oder auch zeigen, wie am 3. November um 10 Uhr die Sonneneinstrahlung auf dem Balkon ist.

Wie realistisch ist das?

Bette: Wir verwenden Techniken, die man auch von der Spiele-Industrie kennt. In unseren Darstellungen funktioniert eine Tür wie eine Tür, und durch Wände kann man nicht durchlaufen. Es gibt Möbel und einen Fernseher; man kann den Kühlschrank aufmachen und da ist auch etwas drin; durch das Fenster sieht man die reale Umgebung, und auf dem Grill brutzeln Würstchen.

 

Wo kann der Interessent diese Virtuelle Realität erleben?

Andreas Kohne: Direkt am Point-of-sale oder an einem Messestand. Wir haben ein mobiles VR-Set – bestehend aus einem grafikstarken Laptop, einer VR-Brille, außerdem Kabel und zwei kleine Sensoren, die die Position des Users im Raum feststellen. Wir richten für unsere Kunden auf Wunsch aber auch einen Raum ein, in dem alles exakt vermessen ist.

 

Räume welcher Größe können Sie darstellen?

Kohne: Da gibt es keine Grenzen. Ich war gerade in Japan, da visualisieren wir ganze Flughäfen inklusive echten Fluggeräuschen und Durchsagen. Für die Lufthansa stellen wir den neuen First-Class-Bereich am Frankfurter Flughafen dar – bis hin zu den Terminals, an denen man automatisch einchecken kann.

 

Mit dem Management der Innovation City Bottrop ist Materna TMT auch auf der Expo Real in München vertreten.

Kohne: Das stimmt. Für die Innovation City Management haben wir nicht nur ein Haus in der Virtuellen Realität entwickelt, sondern machen ein ganzes Quartier erlebbar. Das werden wir auf der Messe zeigen. Der User erlebt live, wie die Konzepte von Innovation City helfen können, die Lebensqualität in Städten anzuheben. Auch im Hinblick auf Umweltaspekte und Green Energy. Wenn ich selbst erlebt habe, wie Photovoltaik aus den Dächern hochpoppt und mir gleichzeitig angezeigt wird, wie dadurch der CO2-Spiegel sinkt – so etwas erzeugt Emotionen, die man nicht mehr vergisst.

 

Mehr zum Thema finden Sie hier: https://www.materna-tmt.de