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GELSENKIRCHEN AUF MOBILE WORLD CONGRESS IN BARCELONA

Gelsenkirchen ist digitale Modellkommune in NRW und präsentiert sich auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Wir haben Oberbürgermeister Frank Baranowski gefragt, was seine „Vernetzte Stadt“ auszeichnet und welche Pläne er mit dem „Open Innovation Lab“ hat.

Seit Januar 2018 ist Gelsenkirchen Digitale Modellkommune im Rahmen des NRW-Landesprojektes "Digitale Modellregionen NRW" - was zeichnet Gelsenkirchen aus?

Es sind drei Faktoren, die die „Vernetzte Stadt Gelsenkirchen“ auszeichnen: 1. Eine hervorragende Infrastruktur – wir haben alle Schulen und alle Gewerbegebiete am Glasfasernetz; 2. Alle digitalen Akteure in Gelsenkirchen sind eng miteinander vernetzt – von Schalke 04 bis hin zur Gelsenwasser AG; 3. Wir haben gute Ideen, was wir in Zukunft auf die Beine stellen wollen – wir arbeiten an einer 5G-Testregion sowie an einem Open-Air-Labor für digitale Stadtgestaltung.

Ich denke, das hat sowohl die Landesregierung überzeugt als auch die Europäische Kommission. Bei der European Digital Cities Challenge sind wir als eine von vier (!) deutschen Städten dabei.

Wie sieht der Smart-City-Plan für Gelsenkirchen aus?

Wir versuchen den Begriff Smart City zu vermeiden. Wir haben das Kind Gelsenkirchen – die Vernetzte Stadt genannt. Aus einem guten Grund übrigens: Wir arbeiten seit vielen Jahren daran, die gesellschaftliche Vernetzung im sozialen, im kulturellen oder im sportlichen Bereich zu verankern. Die Digitalisierung muss diese enge, menschliche Vernetzung in unserer Stadt unterstützen. Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein. Daran orientieren wir auch unsere konzeptionellen Überlegungen – sowohl mit Blick auf die Digitalisierung der Verwaltung als auch die digitale Stadtentwicklung. 

Im Interview mit Oberbürgermeister Frank Baranowski.

Gelsenkirchen geht neue Wege, besucht erstmals den Mobile World Congress in Barcelona - der Branchentreff für mobile Technik - welche Erwartungen verbinden Sie mit dem Engagement auf dem Kongress?

Ich bin sehr gespannt auf den Kongress in Barcelona. Zum einen glaube ich, dass wir viele neue Ideen mitbringen können. Andererseits glaube ich inzwischen, dass die Stadt Gelsenkirchen sich in den zurück liegenden zwei Jahren zu einem gefragten Gesprächspartner in Sachen Digitalisierung entwickelt hat. Ich gehe davon aus, dass sich das positiv auf unser Image auswirkt.

Wie wichtig ist der internationale Austausch mit anderen Smart-Cities?

Ich halte das für außerordentlich wichtig, auch international den Austausch zu pflegen. Leider sind die Rahmenbedingungen nicht in allen Ländern gleich. Ich halte es beispielsweise für falsch, dass in der Bundesrepublik nicht ohne Wenn und Aber der Glasfaserausbau vorangetrieben wird. Stattdessen haben wir ein Flickwerk unterschiedlicher Technologien. Gerade im Rahmen der European Digital Cities Challenge pflegen wir den europäischen Austausch. Aber es kommen auch Städte, wie Amsterdam zum Beispiel, die mit uns über unsere Lösungsansätze sprechen wollen.

In Barcelona haben Sie die Möglichkeit, für das Projekt "Open Innovation Lab ARENA PARK" zu werben, ein Standort, der als Plattform für neue digitale Geschäftsmodelle dienen soll. Was sind Ihre wichtigsten Argumente für potenzielle Investoren?

Unser Ziel ist es, ein Digitales Live-Labor zu etablieren. Das wird aus meiner Sicht ein Premiumprojekt für die gesamte Region und wenn die Landesregierung mitspielt auch für ganz NRW. Für Investoren ist das deswegen interessant, weil wir viele Partner mit im Boot haben, z.B. Huawei, Telefonica, Gelsenwasser, Schalke 04, unsere Wohnungsbaugesellschaft ggw, die Bogestra als Verkehrsdienstleister, Gelsen-Net, Haus 12 West und viele weitere mehr. Gemeinsam können wir etwas Besonderes auf den Weg bringen.