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Im Interview

mit Projektentwickler Bouwfonds Property Development (BPD)

Der niederländische Investor und Projektentwickler Bouwfonds Property Development (BPD) verstärkt seine Tätigkeit in der Metropole Ruhr. Welches Potenzial das Unternehmen in der Region sieht, erzählen Niederlassungsleiter Joachim Siepmann und Carl Smeets sowie Tobias von Widdern, Leiter des Regionalbüros in Bochum, im BMR-Interview.

Carl Smeets und Joachim Siepmann

BPD ist einer der größten Projekt- und Gebietsentwickler in Europa. Und seit kurzer Zeit auch mit einem Büro in Bochum in der Metropole Ruhr vertreten. Warum?

Joachim Siepmann: Das fortschreitende Wachstum der Bouwfonds Property Development (BPD) im deutschen Markt geht mit unserer flächendeckenden Tätigkeit in wirtschaftlich starken Regionen einher. Unser 2017 eröffnetes Büro in Bochum knüpft an frühere Projekte, beispielsweise in Essen-Haarzopf, Duisburg-Biegerhof, Bochum-Linden oder Dortmund-An den Teichen, an. Mit weiteren Projekten in Essen-Rüttenscheid und Mülheim-Raadt konnten wir zudem unsere lokale Tätigkeit in der jüngeren Vergangenheit ausbauen. Die Gründung des Bochumer Büros ist das Resultat der positiven Erfahrungen aus diesen Projekten und unserer starken Identifikation mit der Metropole Ruhr.

 

Wo liegt aus Ihrer Sicht das Potenzial der Region?

Tobias von Widdern: Das Ruhrgebiet ist der größte Ballungsraum in Deutschland. Als wohnwirtschaftlicher Immobilienentwickler ist es nicht nur unsere Verantwortung den Bewohnern vor Ort ein Dach über dem Kopf zu geben, vielmehr ist es an uns, ein lebenswertes Zuhause und lebendige Wohnumfelder zu gestalten. Der Strukturwandel der Region Ruhrgebiet ist allerorts sichtbar und macht es dabei besonders spannend, auf die sich stetig ändernden Wohnbedürfnisse der lokalen Bevölkerung auf der einen Seite, aber auch den spannenden Entwicklungen auf Seiten der Raumordnung, Wirtschaft und Infrastruktur einzugehen. Die zunehmende Metropolisierung ist einer der Megatrends unserer Gesellschaft und bestimmt im Ruhrgebiet das Wohnverhalten nun bereits seit fast 200 Jahren, wie in keiner anderen Region Europas.

Tobias von Widdern

Sie treten als Entwickler, Finanzierer und Investor auf. Wie gelingt es Ihnen, alle drei Bereiche neben, beziehungsweise miteinander zu organisieren?

Carl Smeets: Als hundertprozentige Tochtergesellschaft der niederländischen Rabobank investieren wir ausschließlich in die Finanzierung der durch uns geplanten Projekte. Dies ermöglicht uns die notwendige Flexibilität aber auch den langen Atem, um komplexe Bauvorhaben in die Realität umzusetzen. Die Größe der von uns entwickelten Flächen ist dabei sehr unterschiedlich. Mit Umfang und Entwicklungsstand der jeweiligen Fläche variieren unsere täglichen Aufgabengebiete. Wir sind daher Projekt- und Gebietsentwickler zugleich.

 

Nach Fertigstellung halten Sie ihre Objekte jedoch nicht im Bestand. Ist das in Zukunft denkbar?

Carl Smeets: Wir sind gerne nahe an den Bewohnern, der durch uns realisierten Immobilien. Sei es in der Konzeption oder der Vermarktung. Wir verkaufen unsere Projekte neben Privatkunden auch an langfristige Bestandshalter – wie zum Beispiel Versorgungskassen. Diese vermieten die Immobilien dann langfristig und führen die Wohnungen dem Mietmarkt zu.

 

In Europa haben Sie 340.000 Wohnungen oder Häuser fertiggestellt. Der Anteil in Deutschland beträgt keine zehn Prozent. Wohin soll die Reise in Deutschland gehen und welche Rolle spielt dabei die Metropole Ruhr?

Tobias von Widdern: Deutschland ist neben unserem Heimatmarkt, den Niederlanden, der wichtigste Zielmarkt in Europa. Mehr als eine Million Menschen leben europaweit bereits in Gebäuden und Quartieren, die durch BPD realisiert wurden. Regionale Marktkenntnisse und die persönliche Nähe zu unseren Kunden, wie auch den lokalen Entscheidungsträgern, sind für uns von großer Bedeutung. Wir werden daher weiter unsere Repräsentanz im Ruhrgebiet wie auch in Deutschland ausbauen und neue Projekte initiieren. Dabei beschäftigen uns Trends, denen wir in den Niederlanden und Deutschland eine gleichermaßen große Bedeutung beimessen: Die Schaffung von erschwinglichem Wohnraum sowie ökologisch nachhaltigen Lebensumfeldern bei einer gleichbleibend hohen Ausführungsqualität und Kundenzufriedenheit.

 

Sie sind erneut Aussteller auf der Immobilienmesse MIPIM in Cannes. Warum sind Messen im Zeitalter der Digitalisierung noch wichtig?

Joachim Siepmann: Projektentwicklung ist ein Personengeschäft – trotz digitaler Leitgedanken ist ein „physisches“ Zusammenkommen häufig erfrischend und impulsgebend – die digitale Kommunikation wirkt natürlich bereichernd und beschleunigend, wird den persönlichen Faktor jedoch nie komplett ersetzen können. „Vertrauen braucht Nähe“.

Fulliving - das aktuelle BPD-Projekt in Essen.