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GLÜCK AUF IN NEW YORK

Aus der Metropole Ruhr auf den Laufsteg in New York: Das Essener Start-up Grubenhelden macht Mode im Bergarbeiter-Look und hat seine aktuelle Kollektion auf der legendären Fashion Week präsentiert.

So einen Laufsteg hat die New York Fashion-Week noch nie gesehen: Eine Kaue voller Bergkittel, Körbe und waschechter Kumpel – davor posieren die Models mit der Kollektion von Grubenhelden. Das Gladbecker Start-up macht Mode im Bergarbeiter-Look – und ist jetzt auch in New York bekannt.

Vier echte Bergleute waren mit den Grubenhelden in die USA gereist. Die Fashion-Models wurden in New York gecastet. Knapp 20 Minuten dauerte dann die Modenschau, in denen die Models die aktuelle Kollektion vor 150 Gästen präsentierten. „Es war unsere erste Fashion-Show – und dann gleich New York. Jetzt berichten internationale Medien über uns. Das ist schon Wahnsinn, was wir hier als Team auf die Beine gestellt haben“, sagte Geschäftsführer Matthias Bohm noch völlig begeistert von den Eindrücken der fünf Tage in Manhattan.

Schon einen Tag vor der Show hatte das Start-up einen Auftritt auf großer Bühne: Mit kohlerußigen Kumpel mitten auf dem bunten Times Square. Das Steigerlied zwischen Touristen, Journalisten und Fotografen. Sinnfälliger konnte dort das alte und das neue Ruhrgebiet nicht verschmelzen – wie in der Mode der Grubenhelden, die alte Bergmannskluft mit modernen Styles kombiniert.

Keine Zeit für Aufregung

Für Aufregung war vorher keine Zeit. Das gesamte Team der Grubenhelden arbeitete beinahe rund um die Uhr, damit der Auftritt in New York perfekt wurde. „Was wir da wirklich getan haben, werden wir wohl erst mit etwas Abstand erfassen, wenn wir schon lange wieder deutschen Boden unter den Füßen haben“, sagt Unternehmensgründer und Geschäftsführer Matthias Bohm.

Ob die Amerikaner die Themen Bergbau und Ruhrgebiet verstehen würden? Matthias Bohm war sich vorher schon ziemlich sicher, schließlich war der Kundenkreis von „außerhalb“ schon schnell gewachsen. Nicht nur im Online-Shop, sondern auch in den Stores in der Metropole Ruhr kamen schnell viele Kunden aus ganz Deutschland.  „Sehr bald gab es auch erste Bestellungen aus dem Ausland – sogar aus den USA“, sagt Bohm: „Dieser Kunde fand zunächst einmal unsere Kleidung cool. Als er die Geschichte dazu erfahren hat, war er regelrecht begeistert. Und das ist für uns natürlich ein großartiges Feedback.“

Grubenhelden-Geschäftsführer Matthias Bohm.
Die Grubenhelden präsentieren ihre neue Kollektion auf der Fashion Week in New York.
Mehr zu den Grubenhelden auf www.grubenhelden.de
Aus der Metropole Ruhr auf den Laufsteg. Die Mode der Grubenhelden aus Essen.

Mit Beats und Steigerlied

Lang war auch der Applaus nach der Show, bei der schnelle Beats mit Zechengeräuschen – ganz dezent und cool – in das Steigerlied flossen. „Unser Ziel ist es, die Werte des Ruhrgebiets und des Bergbaus auch in der Zeit nach 2018, also nach der letzten Schicht im deutschen Steinkohlenbergbau, aufrecht zu erhalten – Werte wie Ehrlichkeit, Zusammenhalt und echte „Maloche““, sagt Bohm: „Denn ohne die harte Arbeit der Bergleute würde Deutschland heute nicht zu einem der sichersten und wirtschaftskräftigsten Ländern der Welt zählen. Deshalb geht es uns zum einen darum, dass unsere Generation und auch die kommenden Generationen nicht vergessen, wofür ihre Heimat steht. Zum anderen möchten wir danke sagen für den Einsatz all der Bergleute, die unter Tage hart gearbeitet haben, um unsere Heimat zu dem zu machen, was sie heute ist.“

Diese Geschichte ist in den Hemden, Hoodies oder Hemden von Grubenhelden eingewoben. Schließlich sei Mode ein „starkes Vehikel“, um jede Altersgruppe, Männer und Frauen jeder Schicht zu erreichen, so Bohm: „Daher ist Mode perfekt für unsere Zwecke, denn jeder Mensch beschäftigt sich einmal am Tag damit, was er anzieht. Und wenn er sich dann noch damit beschäftigt, was es eigentlich mit der Grubenmarke, die bei uns am Reißverschluss angebracht ist, auf sich hat, oder mit einem anderen Bergbau-Detail, haben wir unser Ziel erreicht.“

Angst davor, dass der Stoff im wörtliche Sinne mal ausgehen könnte, jetzt, wo der Bergbau endgültig Geschichte ist, hat Bohm nicht. „Da besteht keine Gefahr, dass es zu Engpässen kommen könnte“, sagt der Grubenhelden-Chef: „Mit Stoff in übertragenem Sinne, also mit Geschichten, die wir weitererzählen können und wollen, werden wir quasi täglich durch unsere Kunden und andere liebe Menschen, die unsere Idee unterstützen, versorgt. Jeder kann zu uns in die Stores nach Gladbeck und Essen kommen und uns seine persönliche Ruhrgebietsgeschichte erzählen.“