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Aus Ideen wird etwas Großes

startport fördert im Duisburger Innenhafen Startups – das stärkt den Logistik-Standort Ruhrgebiet

startport, ein Tochterunternehmen von duisport – der Duisburger Hafen AG, versteht sich als Innovationsplattform, die Start-ups und ihre Ideen fördern und vernetzen will. Im kreativen Umfeld der Werhahnmühle im Innenhafen bietet startport Gründern auf 550 Quadratmetern Platz genug für ihre Arbeit an logistischen Lösungen. Das Ziel: Junge Unternehmen sollen im Rahmen eines einjährigen Accelerator-Programms zu Firmen mit marktreifen Produkten heranwachsen. Managing Director Peter Trapp zeigt sich im Interview mehr als zufrieden mit der Entwicklung.

 

 

Managing Director Peter Trapp vom startport.

Herr Trapp, startport läuft seit März vergangenen Jahres, 13 Start-ups sind mittlerweile beteiligt. Wie ist das Programm angelaufen?

Trapp: Wir sind wirklich zufrieden mit den beiden ersten Jahrgängen bei startport. Im März verabschieden wir unsere ersten vier Teams in unser Alumni-Netzwerk. Der zweite Batch ist gerade mittendrin. Unsere Bilanz des letzten Jahres ist für den Anfang positiv. Unser Programm stellt für die Start-ups die richtigen Weichen und fördert individuell an den entscheidenden Stellen. Das motiviert uns als Team natürlich, weiter so gut auch mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten.

Was genau bieten die Unternehmen an, die sich bei Ihnen angesiedelt haben und von Ihnen unterstützt werden?

Trapp: Die Themen der Start-ups sind sehr vielfältig und häufig lassen sich ihre Technologien auf viele verschiedene Projekte anwenden. Ein Start-up arbeitet mit duisport an einer Buchungsplattform für die Züge entlang der neuen Seidenstraße. Ein anderes optimiert KI-gestützt die Beladungsplanung bei Speditionen oder in Lagern. Die Technologien reichen von Drohnenanwendungen, über Bilddatenauswertung und Plattformen bis zu grünen Elektro-Lösungen für unsere bisherige Infrastruktur. Fest steht: Die Start-ups hinterfragen und ergänzen etablierte Geschäftsmodelle und fördern sie damit.

Die Ausschreibung zum dritten Jahrgang endete am 28. Februar 2019. Was kommt an Unternehmen nach?

Trapp: Der Logistikbereich hat großes Potenzial, in den kommenden Jahren enorme Entwicklungsschübe zu machen. Das sieht man auch an den vielversprechenden Bewerbungen. Die Konkurrenz ist hoch und die Themen sehr vielfältig. Wir sehen, dass viele Prozesse smarter gelöst und globaler gedacht werden können.

 

Was tut startport für die neuen Unternehmen?

Trapp: Als Plattform fördern wir Kontakte und Symbiosen zwischen den verschiedenen Akteuren. Wir bieten den Start-ups zwölf Monate enge Betreuung durch unsere Mentoren im Partner-Netzwerk, individuelles Matching für Projekte und potenzielle Kunden, Zugang zu logistischen Assets, individuell zugeschnittene und kostenfreie Workshops, attraktive Arbeitsplätze und natürlich Veranstaltungen in Sachen Netzwerken und Akquise potenzieller Investoren. Das alles ist, die Erfahrung haben wir gemacht, eine sehr gute Zusammensetzung für die Gründerinnen und Gründer bei uns.

Inwieweit profitiert auch der Duisburger Hafen von den Start-up-Unternehmen?

Trapp: Die jungen Unternehmen, die bei uns anlegen, können ihre Lösung hier auf der Strecke testen und gemeinsam mit unseren Partnern weiterentwickeln. Die Zukunft der Logistik wird sich dort entscheiden, wo Corporates und Start-ups am besten zusammenarbeiten. Das gelingt nur durch viel Kommunikation und das Bestreben, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Wir bekommen durch die Gründer natürlich den besseren Zugang zu Innovationen. Die direkten Kontakte der Start-ups zu den Unternehmen ermöglichen schnelle Vernetzung und wir können Projekte auf die Beine stellen, die beide Seiten weiterbringen. Die Gründer bringen Innovationen direkt in die Unternehmen und zwar sowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene.

Andere Start-up-Programme laufen über wenige Monate, startport aber für jeweils ein ganzes Jahr. Warum?

Trapp: Wir wollen die Logistik hier am Standort pushen. Manchmal braucht es viel Zeit, ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen. Wir wollen die Start-ups nachhaltig fördern. Nur so wird aus den Ideen auch etwas Großes. Es braucht nun einmal eine gewisse Zeit, um Lösungen intensiv zu erproben und Kunden für die neuen Ansätze zu finden. Das Accelerator-Programm beschleunigt nicht nur, es bringt Geschäftsmodelle zu praktischer Umsetzung.

 

Wenn die zwölf Monate zu Ende gehen, was passiert dann mit Ihren Schützlingen? Halten Sie Kontakt? Unterstützen Sie gar weiter?

Trapp: Das erste Jahr bei startport ist erst der Anfang unserer Beziehung. Mit den ersten vier Gründerteams setzen wir die Grundsteine für unser Alumni-Netzwerk. Wir haben großes Interesse daran, die Innovation hier in der Region, bei unseren Partnern und im Hafen zu halten. Umso erfreulicher, wenn wir bei startport Lösungen anbieten können, die die Start-ups auch nach der offiziellen Förderphase voranbringen. Heuremo - ein Spezialist zur optimierten Planung von urbanen Fahrten - wird sich beispielsweise mit dem ganzen Team bei uns einmieten, was sehr erfreulich ist.

 

Welche Herausforderungen hat die Branche - und haben damit auch die Gründer - in Zukunft vor allem zu meistern?

Trapp: Die Logistik-Branche hat aktuell eine sehr gute Auftragslage, gleichzeitig hat sie mit Arbeiter- und Fachkräftemangel zu kämpfen. Alleine hier am Standort sitzen 350 Unternehmen – da gibt es viele verschiedene Wege, wie die Logistik in Zukunft aussehen kann. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Unternehmen vor allem dann von Innovationen profitieren, wenn sie offen sind und gemeinsam mit den Gründerteams an Lösungen arbeiten. Häufig sind dafür Investitionen nötig oder Personen, die die neuen Ansätze in ihrem Unternehmen vorantreiben. In Zukunft müssen wir vor allem in allen logistischen Bereichen globaler denken – ein Rad greift ins andere.

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