×
×

Innovation Talk - EU-Strukturpolitik

Strukturfördermittel der Europäischen Union haben den Strukturwandel im Ruhrgebiet in den letzten Jahrzehnten erfolgreich begleitet. Hierfür stehen zahlreiche Projekte, die wir gemeinsam in der Region durchgeführt haben. In diesen Zeiten erscheint es wichtiger denn je, dass der Strukturwandel im Ruhrgebiet auch weiter mit EU-Mitteln unterstützt wird. Wir möchten gemeinsam Stellung beziehen und unsere Anforderungen aus Sicht der Wirtschaftsförderungen des Ruhrgebiets an die künftige EU-Förderperiode formulieren.

Wir dokumentieren hier die Kernaussagen der Referenten aus ihren Vorträgen.

Rasmus C. Beck, Geschäftsführer Business Metropole Ruhr GmbH:

  • Unter dem Aspekt von Stärken stärken sind vielerorts verschiedenste Kompetenzfelder entstanden, die den Strukturwandel im Ruhrgebiet positiv beeinflusst haben. Für erfolgreiche Wirtschaftsförderungsstrategien ist die Vernetzung mit Hochschulen, die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen und die Möglichkeit, branchenspezifische Infrastruktur aufzubauen wichtig. Keines dieser Aktionsfelder wäre ohne die Begleitung und Einbettung in die Strukturpolitik der Europäischen Kommission denkbar gewesen.
  • Der Strukturwandel im Ruhrgebiet ist noch nicht abgeschlossen. Wir brauchen ein entsprechendes Förderinstrument, in dem das Land Nordrhein-Westfalen auch den Teilregionen eine bedarfsorientierte Struktur von Förderaufrufen zur Verfügung stellt.
  • Das Thema der intelligenten Spezialisierung wird in der kommenden Förderperiode eine herausgehobene Rolle einnehmen. Die BMR wird den Prozess der intelligenten Spezialisierung für die Metropole Ruhr vorantreiben und frühzeitig mit Stakeholdern in den Dialog treten.

Dr. Mark Speich, Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa sowie Internationales des Landes NRW

  • In der aktuellen Diskussion über den EU-Haushalt ist eine Einigung erst für die deutsche Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte 2020 zu erwarten. Einen entscheidenden Vorstoß gab es im European Recovery Fund, mithilfe dessen die ökonomischen Folgen der Corona-Krise abgemildert werden sollen. Dieser Fond wird in die bestehende Programmstruktur integriert.
  • Die zur Verfügung gestellten Strukturmittel werden nicht als Darlehen, sondern als Zuschüsse bereitgestellt und fließen vornehmlich in diejenigen Regionen, die in besonderem Maße von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise betroffen sind.
  • Das Ruhrgebiet – aufgrund seiner besonderen Sensibilität und Historie – sollte unbedingt zu den Regionen gezählt werden, die von den neu zur Verfügung gestellten Mitteln profitieren muss. Im Ruhrgebiet bieten sich durch die Bewältigung der Krise neue Chancen, die Zukunftspotenziale der Region zu entfalten und die bereitgestellten Mittel sinnvoll aufzuwenden.

Terry Reintke, Europaabgeordnete, MdEP (Bündnis 90/Die Grünen)

  • Die aktuelle Einigung zwischen Deutschland und Frankreich ist wegweisend. Rund 500 Milliarden Euro sollen als Zuschüsse für einen europäischen Wiederaufbaufonds zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Die Debatte um den Green New Deal und speziell der Just Transition Fonds soll das Kernstück des Wiederaufbauplans und der zukünftigen Förderpolitik der EU sein.
  • Drei wichtige Botschaften: (1) Es müssen jetzt ausreichend finanzielle Mittel in die Hand genommen werden, um die ökonomischen Auswirkungen der Krise zu überwältigen. (2) Insbesondere die Transformation sollte belohnt werden und da kann das Ruhrgebiet eine Vorbildfunktion einnehmen. (3) Solidarität und grenzüberschreitende Zusammenarbeit müssen sichtbar gemacht und belohnt werden.

 

 

Jens Geier, Europaabgeordneter, MdEP (SPD)

  • In der aktuellen Debatte sieht der deutsch-französische Vorstoß weitere 50 Milliarden Euro für zwei Jahre für die Bewältigung der Auswirkungen der Corona-Krise vor. Spannend bleibt die Frage der Verteilungskriterien auf einzelne Mitgliedstaaten. Es ist davon auszugehen, dass Nordrhein-Westfalen im internationalen Vergleich jedoch gut positioniert ist und mit mindestens demselben Volumen der jetzigen Förderperiode zu rechnen ist.
  • In der kommenden Förderperiode wird es in erster Linie projektbezogene Zuschüsse geben. Das heißt, finanzielle Mittel werden klar an Projekte gebunden, die einen innovativen Charakter haben.

Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer IHK Nord Westfalen

  •  Es ist wichtig das Thema der intelligenten Spezialisierung für das Ruhrgebiet voranzutreiben und der NRW-Landesregierung bei der Ausformulierung des OP EFRE.NRW entsprechende Argumente zu liefern, wie die Spezialisierungsstrategie für das Ruhrgebiet heruntergebrochen werden kann.
  • Wir müssen frühzeitig in einen Dialog treten über die Anforderungen aus Sicht der Wirtschaftsförderung. Ein wichtiger Aspekt dabei sind Strukturen, mit denen die Zugänge zur EU-Förderung speziell für den Mittelstand eröffnet werden können. Besondere Themen im Fokus sind dabei Wasserstoff, KI und Gesundheitswirtschaft, Cyber Security und Greentech.

Michael Hübner, Landtagsabgeordneter NRW (SPD)

  • Die europäischen Mittel müssen sich stark an der industriepolitischen Dimension ausrichten. Für das Ruhrgebiet wichtige Themen der Transformation müssen auch in Zukunft im OP EFRE.NRW Berücksichtigung finden. Zu nennen sind hier insbesondere die Bereiche Wasserstoff und Wärme, Digitalisierung und Gesundheit, Mobilität und eine integrierte Stadtentwicklung.  

Jürgen Schnitzmeier, Geschäftsführer ZENIT GmbH

  • Wir haben im Ruhrgebiet eine Reihe von Projekten und Erfahrungen gesammelt, von denen andere Länder und Regionen lernen können. Diese Projekte wollen wir weiterführen und größer denken. Wir brauchen ein Gesamtkonzept für die Anschlussfähigkeit von Themen. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Querschnittsthema Künstliche Intelligenz, das für die Entwicklung vieler Branchen relevant sein wird und entsprechend mit EU-Mitteln gefördert werden sollte.
  •  Der Region bieten sich viele Optionen auf Förderung: Mittel aus dem Kohlerückzug und dem Gesamtdeutschen Fördersystem, Förderung von Spitzenclustern (SPIN) und weitere Programme auf Bundes- und Landesebene bieten gute Anknüpfungspunkte. Es ist jetzt wichtig die Diskussion weiter zu verstetigen und die ruhrgebietsrelevanten Themen zu platzieren.

Holger Stoye, Geschäftsführer Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne mbH

  • Wir müssen eine Strategie zur weiteren Entwicklung der Stärken des Ruhrgebiets ausbauen. Das Ruhrgebiet ist nicht mehr kirchturmdenkend angetrieben, sondern wir sind alle bereit initiative zu zeigen. Wir stehen als Ansprechpartner für das Land bereit und unterstützen im Dialog die Politik dabei, die regionalen Anforderungen des Ruhrgebiets gut zu positionieren.

Live-Mitschnitt

Hier haben Sie die Möglichkeit, sich den Innovation Talk zur EU-Strukturpolitik anzusehen. Timecode:

02:06 - 10:10  Rasmus C. Beck, Geschäftsführer der Business Metropole Ruhr GmbH

10:43 - 28:09  Dr. Mark Speich, Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa sowie Internationales des Landes NRW

52:15 - 58:36  Terry Reintke, Europaabgeordnete, MdEP (Bündnis 90/Die Grünen)

58:52 - 01:05  Jens Geier, Europaabgeordneter, MdEP (SPD)

01:06 - 01:12  Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer IHK Nord Westfalen

01:13 - 01:18  Michael Hübner, Landtagsabgeordneter NRW (SPD)

01:19 - 01:25  Jürgen Schnitzmeier, Geschäftsführer ZENIT GmbH

01:25 - 01:28  Holger Stoye, Geschäftsführer Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne mbH

Weitere Innovation Talks

Ihr Kontakt zu uns

Kontakt

Sarah Gümüser
HUB-Managerin | Innovationsnetzwerke

Tel.: +49 201 632488-73
Fax: +49 201 632488-99

guemueser@business.ruhr

Kontakt

Börje Wichert
HUB-Manager | Prokurist

Tel.: +49 201 632488-14
Fax: +49 201 632488-99

wichert@business.ruhr