Standort
Wissenschaft & Forschung
Dichteste Forschungslandschaft Europas
„Am Anfang jeder Forschung steht das Staunen. Plötzlich fällt einem etwas auf.“
Gestaunt wird in der Metropole Ruhr, um mit dem deutschen Verhaltenforscher und Zoologen Wolfgang Wickler zu sprechen, tagtäglich an unzähligen Stellen - in Laboren, Hörsälen, Instituten und Bibliotheken. Das hat seinen guten Grund: Die Metropole Ruhr verfügt über eine der dichtesten Forschungslandschaften Europas. Wissenschaft und Forschung haben am Wandel der Industrieregion in eine moderne Dienstleistungs- und Wissensmetropole einen wesentlichen Anteil. Damit wertvolle Ergebnisse nicht in Schubladen verstauben sondern in marktfähige Produkte verwandelt werden können, hat sich zwischen Wissenschaft und Wirtschaft eine reich differenzierte Transferlandschaft herausgebildet. Auch eine Reihe von herausragenden Forschungseinrichtungen hat ihren Sitz in der Metropole Ruhr. Wichtige Ressourcen und Kompetenzen gewinnt die Region auch durch Zusammenschlüsse wie pro Ruhrgebiet, den Initiativkreis Ruhr oder das Wissenschaftsforum Ruhr.
Hochschullandschaft
Seit Beginn der Hochschulgründung in den 1960er Jahren besitzt die Metropole Ruhr eine einzigartige und moderne Bildungslandschaft. Rund 178.000 Studierende sind durchschnittlich jedes Semester an den Fakultäten der Metropole Ruhr eingeschrieben, das entspricht rund einem Drittel der Studierenden in Nordrhein-Westfalen. 30 Prozent von ihnen konzentrieren sich auf Mathematik und Naturwissenschaften, darüber hinaus wird in der Region in Fachrichtungen wie Medizin und Gesundheitswissenschaften, Sprach- und Kulturwissenschaften, Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Ingenieurwissenschaften oder Kunstwissenschaften gelehrt.
Allein fünf Universitäten sind in der Region ansässig: die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund, die Universität Duisburg-Essen, die Fernuniversität Hagen und die Private Universität Witten/Herdecke. Mit der Folkwang Universität der Künste hat eine international renommierte Kunsthochschule ihren Sitz an der Ruhr (Hauptstandort: Essen).
Komplett wird die regionale Hochschullandschaft durch zukünftig fünfzehn Fachhochschulen, die eine Spezialisierung u.a. in Ökonomie, Verwaltung oder Management anbieten. Drei von ihnen haben ihren Sitz in Bochum: Hochschule Bochum, Technische Fachhochschule Georg-Agricola, Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe. In Dortmund befinden sich die International School of Management und die Fachhochschule Dortmund. Hinzu kommen die FOM Hochschule für Oekonomie und Management in Essen, die Fachhochschule Gelsenkirchen, die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW mit Standorten in Duisburg, Hagen und Gelsenkirchen sowie die Fachhochschule Südwestfalen in Hagen und die SRH Hochschule für Logistik und Wirtschaft in Hamm. Ergänzt wird dieses Angebot durch die im Jahr 2009 neu gegründeten Hochschulen Ruhr West (Standorte in Mülheim und Bottrop), Hamm-Lippstadt (Standort Hamm) sowie Rhein-Waal (Standort Kamp-Lintfort).
Die EBZ Business School in Bochum ist eine staatlich anerkannte Hochschule in gemein-nütziger Trägerschaft und bietet Bildungsangebote für die Wohnungs- und Immobilien-wirtschaft an. Sie ist die deutschlandweit größte und angebotsreichste Bildungs-einrichtung der Branche. Zum Wintersemester 2010/11 startete in Bochum zudem die erste staatliche Hochschule für Gesundheit in Deutschland.

Kreis Wesel
Duisburg
Dortmund
5 Technische Universität Dortmund
17 Fachhochschule Dortmund
18 International School of Management
Gelsenkirchen
9 Fachhochschule für öffentliche Verwaltung
10 Fachhochschule Gelsenkirchen
Bottrop
Mülheim an der Ruhr
Essen
2 Universität Duisburg-Essen (Essen)
11 Hochschule für Oekonomie & Management
22 Folkwang Universität der Künste
Bochum
3 Ruhr-Universität Bochum
12 EBZ Business School
13 Technische Fachhochschule Georg Agricola
14 Hochschule Bochum
15 Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe
16 Hochschule für Gesundheit
Ennepe-Ruhr-Kreis
Wissenschaftsatlas Metropole Ruhr
Eine umfassende Übersicht über die Wissenschaftslandschaft in der Region bietet der im Juli 2010 erschienene "Wissenschaftsatlas Metropole Ruhr" der Stiftung Mercator. | 3.6 M |
Universitätsallianz UAMR
Einzigartig ist die 2007 gegründete Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR), zu der sich die Nachbaruniversitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen zusammengeschlossen haben. Jede der drei Hochschulen bleibt dabei eigenständig. Durch ihre Partnerschaft wird den derzeit 89.000 Studierenden eine bislang unerreichte Fächervielfalt geboten, die durch Kombination unzählige Studienmöglichkeiten eröffnet. Auch die 1250 Professoren profitieren von den Vorteilen gemeinsamer Lehr- und Forschungsschwerpunkte. Ziel der UAMR ist der gezielte Ausbau der Leistungen der drei Partner und die Weiterentwicklung der Schwerpunkte. Auf diese Weise wird sich die Metropole Ruhr als exzellenter Standort in der nationalen und internationalen Wissenschafts- und Studienlandschaft weiter etablieren.
Ganz in diesem Sinne steht die im Juni 2008 geschlossene Kooperation mit der Universität von Pennsylvania in Philadelphia (USA). Die drei Universitäten arbeiten in den Bereichen Ingenieurswissenschaften, Nanotechnologie, Robotik und Materialwissenschaften mit der amerikanischen Elite-Hochschule zusammen. Hintergrund dieser Partnerschaft: Beide Regionen haben einen ähnlichen Strukturwandel durchlaufen. Sie wollen nun die gemeinsamen Erfahrungen nutzen und Kooperationen in Wissenschaft und Wirtschaft voran bringen.
Universitätsallianz Metropole Ruhr
Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen
Auch die außeruniversitäre wissenschaftliche Forschung ist in der Region mit zahlreichen Instituten vertreten und trägt maßgeblich zum Renommee der Wissensmetropole bei. Hier dominieren die drei großen Namen Fraunhofer, Leibniz und Max Planck. In Dortmund, Duisburg und Oberhausen sitzen insgesamt vier Fraunhofer-Institute (Materialfluss und Logistik / Software und Systemtechnik / Mikroelektronik / Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik). Die Fraunhofer-Gesellschaft ist europaweit führend auf dem Gebiet der angewandten Forschung. Die Leibniz-Gemeinschaft ist in der Region mit insgesamt vier Instituten in Bochum, Essen und Dortmund vertreten (Montangeschichte / Wirtschaftsforschung / Arbeitsphysiologie / Analytical Sciences). Die Max-Planck-Gesellschaft, weltweit geschätzt für ihre Grundlagenforschung, unterhält in Mülheim an der Ruhr zwei Institute (Bioanorganische Chemie / Kohlenforschung), in Dortmund eines (Molekulare Physiologie). Hinzu kommen die Forschungsinstitute der Industrie.

Dortmund
3 Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML), Dortmund
4 Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (ISST), Dortmund
7 Institut für Arbeitsphysiologie (IfADo), Dortmund
8 Institute for Analytical Sciences (ISAS), Dortmund
11 MPI für molekulare Physiologie, Dortmund
Mülheim an der Ruhr
9 MPI für Bioanorganische Chemie, Mülheim a. d. Ruhr
10 MPI für Kohleforschung, Mülheim a. d. Ruhr
Bochum
Forschungsschwerpunkte
Ein besonderer Forschungsschwerpunkt besteht in der Weiterentwicklung von Umwelttechnologien, u. a. zur Sanierung von Altlasten und zu abfallvermeidenden Prozess- und Produktgestaltungen der Industrie und zum Einsatz regenerativer Energien (Solar- und Brennstoffzellentechnik). Zu einem weiteren Standbein hat sich der medizinisch-technische Forschungsbereich entwickelt. Zurzeit werden beispielsweise in der Metropole Ruhr neue Verfahren in der medizinischen Bildgebung erforscht und entwickelt. Herausragendes Know-how bietet die Region auch in der noch jungen sensorbasierten neuronalen adaptiven Prothetik (SNAP). Diese in der Metropole Ruhr entstehende Technologieplattform zur Entwicklung prothetischer Hilfsmittel ist weltweit einzigartig. Auch an der Entwicklung neuer Werkstoffe und den Verfahren zu ihrer Be- und Verarbeitung, an Informatik und Mikroelektronik wird in der Metropole Ruhr geforscht.
Mehr Informationen dazu auch unter den Punkten Forschung und Entwicklung in den Branchen.
Herausragende Forschungsinstitute
Die Metropole Ruhr ist Sitz zahlreicher Forschungsinstitute wie beispielsweise dem Interdisciplinary Center for Advanced Materials Simulation (ICAMS), das der Ruhr-Universität Bochum angegliedert ist. Es befasst sich mit dem interdisziplinären Gebiet der Material- bzw. Werkstoffentwicklung, dessen Bedeutung immer weiter zunimmt. Der Einsatz aufwendiger Computersimulationen wird die Entwicklungsabteilungen vieler Industriezweige in den kommenden Jahren massiv verändern. Experten, die solche modernen Simulationswerkzeuge nicht nur bedienen, sondern auch weiterentwickeln können, sind in Deutschland rar. Mit der Einrichtung von ICAMS im Jahr 2007 wurde ein höchst innovatives Forschungsfeld besetzt. National wie international besitzt es ein Alleinstellungsmerkmal und schlägt zugleich eine Brücke zwischen universitärer und industrieller Forschung, wodurch hocheffiziente Simulationsmethoden für die Werkstoffentwicklung zukünftig direkt in die industrielle Anwendung überführt werden können.
Weitere Beispiele sind das Zentrum für Brennstoffzellentechnik (ZBT) in Duisburg, das in der Technologieentwicklung im Bereich der Niedertemperatur-Brennstoffzelle (PEM) tätig ist oder das Geothermie Zentrum Bochum. Federführend in der Logistik-Forschung ist das fächerübergreifende Zentrum für Logistik und Verkehr (ZLV) der Universität Duisburg-Essen, die 2007 als beste Logistikhochschule Deutschlands ausgezeichnet wurde. Dies sind nur wenige stichprobenartige Beispiele für herausragende Forschungseinrichtungen in der Metropole Ruhr.
Wissenschaftsforum Ruhr e.V.
Im Wissenschaftsforum Ruhr haben sich 42 Forschungseinrichtungen zusammengefunden. Die Mitgliedsinstitute bündeln ihre Arbeit in den vier Themenclustern Biomedizin, Gesundheit und Analytik; Technologie und Umwelt; Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie Kultur- und Geisteswissenschaften. Ziel des Forums ist die Förderung der Zusammenarbeit der regionalen Forschungsinstitute, die Kontaktpflege zu den Hochschulen und zu Partnern in Bildung, Kultur, Wissenschaft und Politik sowie die Stärkung der Wissenschaftskultur in der Region und des Dialogs zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.
Transferstellen
Die Leistungsfähigkeit eines regionalen Wirtschaftssystems hängt nicht allein von seiner Innovationskraft ab, sondern auch davon, wie schnell und effektiv wissenschaftliche Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte bzw. Dienstleistungen umgesetzt werden können. Zur besseren Vermittlung zwischen Wissenschaft und potenziellen Anwendern wurden an Universitäten und Fachhochschulen der Region Transferstellen geschaffen. Sie erleichtern insbesondere Klein- und Mittelbetrieben ohne eigene Forschungsabteilung den Zugang zum neuesten wissenschaftlichen Know-how.
Transferstellen
Technologieberatung
Technologieberatung leisten u. a. die Industrie- und Handelskammern der Metropole Ruhr, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Technologie-Transferstelle des Handwerks in Dortmund, die „Kommunale Technologie Beratung“ in Oberhausen, das Zentrum für Innovation und Technik (ZENIT) in Mülheim sowie Technologieagenturen in den einzelnen Städten.
Technologie- und Gründerzentren
Für junge Technologieunternehmen und Existenzgründer/innen bieten Gründer- und Technologiezentren eine erste stabile Geschäftsbasis. Diese Zentren bündeln innovative Aktivitäten und gewährleisten einen engen Kontakt zum wissenschaftlichen Umfeld. Sie erleichtern die Startphase und regen zu Innovationen und Kooperationen an. Die über 30 Technologie-, Innovations- und Gründerzentren in der Metropole Ruhr bieten inzwischen mehr als 600 technologieorientierten Unternehmen neben Büro- und Produktionsräumen auch die notwendige Infrastruktur für den Start.
Das erste Technologiezentrum entstand in den 1980er Jahren in Dortmund. Zusammen mit dem angrenzenden TechnologieParkDortmund gilt das Technologiezentrum Dortmund (TZDO) als renommierte Adresse für technologieorientierte Unternehmen und Existenzgründer. Dort haben sich mittlerweile 283 Unternehmen mit mehr als 8.500 Mitarbeitern angesiedelt. Als eines der führenden Technologiezentren in Deutschland fungiert das TZDO als Magnet und Drehscheibe für zukunftsweisende Technologien - von der Informationstechnologie über die Biomedizin und Mikrosystemtechnologie bis hin zur Produktions- und Fertigungstechnik.
Adressen der Technologie- und Gründerzentren













