„Zukunft passiert nicht einfach, Zukunft wird gemacht“, sagte Prof. Tobias Wallisser von LAVA LABORATORS FOR VISIONARY ARCHITECTURE (LAVA) aus Berlin. In seinem Impulsvortrag auf dem 1. Zukunftskongress „vision:m – Digitale Mobilität – Neue Wege in die Zukunft“ am 29. November 2017 im Dortmunder Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML fegte er mit seinen visionären Ideen so manche etablierte Gewissheit davon. Sein Credo: „Mobilität müssen wir immer im Zusammenhang mit Energieproduktion und eigentlich auch mit Nahrung denken, weil über Logistik Nahrung in die Städte gebracht werden muss.“

Erforderlich seien dafür flexible städtische Rahmenbedingungen, die offen für künftige Technologien sind, getrieben von den Megatrends Digitalisierung, autonomes Fahren und Elektromobilität. „Um die Mobilität komfortabler, individueller und noch nachhaltiger zu machen, braucht es digitale Geschäftsmodelle, die mit bestehenden Angeboten verknüpft werden müssen“, forderte auch der Geschäftsführer der BMR Rasmus C. Beck.

Die BMR veranstaltete diesen 1. Zukunftskongress gemeinsam mit der Initiativkreis Ruhr GmbH, den  Industrie- und Handelskammern des Ruhrgebiets und dem Fraunhofer IML.

Von Platooning bis „Schwarzfahren“ per App

Einige erfolgreiche neue Geschäftsmodelle, teils mit disruptivem Charakter, konnten die 150 Teilnehmer der „vision:m“ aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung bereits bestaunen: das computergestützte Fahren in Lkw-Kolonnen, das so genannte Platooning der MAN Truck & Bus AG; pakadoo, die automatisierte Lieferung von Privatpaketen per App an den Arbeitsplatz der LGI Logistics Group International GmbH; eine App der Firma Welect GmbH, über die man mehrere Online-Werbeclips anschauen kann und dafür ein kostenloses Ticket erhält oder die innovative Datenbrille der Firma Picavi GmbH für eine effizientere und fehlerfreie Kommissionierung.

 

 

 

Bei der Podiumsdiskussion mit Experten aus Wirtschaft und Forschung ging es später vor allem um zwei Themen: die Schwierigkeit der E-Mobilität bei Nutzfahrzeugen und der Diskrepanz zwischen den bereits vorhandenen technischen Möglichkeiten und ihrer durch den gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmen eingeschränkten Anwendung.  

Wichtiger Innovator als Gastgeber

Das IML war als Gastgeber bewusst gewählt worden, forscht es doch als wichtiger Innovator anwendungsorientiert an der Schnittstelle zwischen IT und Logistik. Prof. Uwe Clausen bemerkte denn auch, dass „wir viele Elemente der Lösung schon kennen“, mit denen die Herausforderungen heutiger Infrastruktur bewältigt werden könnten. „In der Intralogistik etwa können wir schon sehr viel, was wir auf den Straßen erst in einigen Jahren sehen werden.“

Breit aufgestellt widmet sich das IML vielfältigen logistischen Anwendungsgebieten, dazu gehören die maritime und Luftverkehrslogistik, Automation, Prozessplanung, Supply Chain Development oder auch das Engineering. Thematischer Schwerpunkt ist die Intralogistik mit vielen innovativen Entwicklungsprojekten wie intelligente Regale und Behälter, zellulare Transportsysteme oder selbstfahrende Behältershuttles. Überdies ist das IML Sitz des Kompetenzzentrums Mittelstand 4.0, das KMU bei der digitalen Transformation unterstützt.