

… gehören all jene Wirtschaftsbetriebe und Selbständigen, die für die Vorbereitung, Schaffung, Erhaltung und Sicherung von künstlerischer Produktion, Kulturvermittlung und / oder medialer Verbreitung Leistungen erbringen, hierfür Produkte erstellen oder diese veräußern.
Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft sind:
Verlagsgewerbe
Filmwirtschaft mit TV Produktion
Rundfunk- / TV-Unternehmen
Darstellende Künste, Musik, Literatur etc.
Journalisten- / Nachrichtenbüros
Museumsshops, Kunstausstellungen
Handel mit Büchern, Musikalien, Kunst
Architekturbüros
Designbüros
Werbebüros
Software/Games-Industrie
Mit ihren rund 20.000 Kultur- und Kreativunternehmen und ihrer gewachsenen Infrastruktur braucht die Metropole Ruhr den Vergleich mit anderen Kreativstandorten nicht zu scheuen. Die Kulturlandschaft Ruhr umfasst u. a. 250 Kulturfestivals, 200 Museen, 120 Theatern, 100 Kulturzentren und Konzertstätten sowie 1000 Industriedenkmäler. Die Stadtlandschaft mit ihrer besonderen kulturellen Identität bildet eine fruchtbare Grundlage für die erwerbswirtschaftliche Kreativwirtschaft. Sie hat beste Voraussetzungen, Wissen und Kreativität als wichtigste Potenziale im globalen Wettbewerb weiter zu fördern und lokale wie regionale Ökonomien zu stärken.
Die Welt blickt auf die Metropole Ruhr: Als erste europäische Kulturhauptstadt widmet die Kulturhauptstadt 2010 der Kreativwirtschaft ein eigenes Themenfeld. Die Kulturhauptstadt wird so zum Impulsgeber für die Kreativwirtschaft Ruhr. Vernetzung, Kommunikation und Verdichtung sind die Leitlinien der zahlreichen übergreifend angelegten Maßnahmen und branchenbezogenen Projekte.
Branchenspezifische Projekte wie die Gründung der „Ruhr Music Commission“ und die „Ruhr Games Commission“ sind darauf ausgerichtet, für die Anliegen und Interessen der Musik- bzw. der Games-Branchen zu werben und mit Politik und Verwaltung einen Dialog zur Stärkung dieser Branchen aufzunehmen. Für die branchenübergreifende Vernetzung der Kreativunternehmen wird ein Web- und Fernsehprojekt „2010lab.tv“ geschaffen, das erstmals den Kreativsektor in der Metropole Ruhr umfänglich erfasst und dem virtuellen Austausch innerhalb der Branche weit über die Region hinaus dient.
Mit der Entwicklung kreativer Quartiere sollen die Rahmenbedingungen für die Entstehung kreativer Milieus weiter begünstigt werden. Im Fokus stehen dabei urbane Entwicklungsräume, die jeder für sich das Potenzial haben, die vielfältigen Qualitäten der Metropole Ruhr erlebbar zu machen. Ein beeindruckendes Beispiel ist die Zeche Zollverein in Essen: Auf dem Gelände des Welterbes hat sich ein Kreativzentrum mit dem Schwerpunkt Design herausgebildet. Neben Einrichtungen wie dem Design Zentrum Nordrhein-Westfalen haben sich hier Existenzgründer angesiedelt und erfahrene Unternehmen etabliert. In Kooperation mit überörtlichen Partnern wie den Handels- und Handwerkskammern wird das ortsansässige Know-how Betrieben wie Unternehmen in der ganzen Region zur Verfügung gestellt. So wird die Designkompetenz der einen zu einem Profitfaktor für die andere Seite – zu beiderseitigem Nutzen.
Ein weiterer Kristallisationspunkt der Kreativwirtschaft Ruhr formiert sich mit dem „Dortmunder U“. Auf einem ehemaligen Brauereigelände entsteht inmitten der Innenstadt auf 80.000 Quadratmetern ein neues Zentrum für Kreative Industrien mit deutlichen Akzenten im Musik- und Medienbereich und in enger Verbindung mit künstlerischen, touristischen und gastronomischen Einrichtungen.
Performing Arts, Musik und Literatur zeichnen sich als künftige Profile des VictoriaQuartierBochum ab, das zwischen dem Schauspielhaus, dem legendären Bermuda3eck, der neu zu belebenden Marienkirche und dem geplanten Konzerthaus wächst. Auch hier arbeiten Kreative in faszinierenden Erlebnis- und Schaffensräumen mit vielfältigen Kontakt- und Aktionsmöglichkeiten.
Weitere urbane Entwicklungsräume entstehen in Essen (Scheidt'sche Hallen), Herne (Kreativ.Quartier Am Kanal), Mülheim an der Ruhr (Games Factory Ruhr), Oberhausen (creativ:O), Unna (Unna-Massimo) und auf der ehemalige Zeche Lohberg in Dinslaken (Kreativ.Quartier Lohberg).
Das regionale Engagement im Themenfeld Kreativwirtschaft der Kulturhauptstadt 2010 ist mit dem Anspruch verknüpft, neue Entwicklungen anzuregen und auch in diesem Bereich als Modell für Europa zu wirken. Der Austausch mit anderen Regionen, die Einladung von Kreativen aus aller Welt und der internationale Dialog sind Teil dieses Anspruchs. Plattformen dafür werden sowohl über neue als auch durch etablierte zentrale Veranstaltungsformate (z.B. die in Planung befindliche Kongressmesse Kreativität und Ökonomie, Branchenhearings etc.) in der Region geschaffen.
Die Entwicklung der Kreativwirtschaft Ruhr wird durch die Wirtschaftsförderungen der Region aktiv begleitet und unterstützt. Die Wirtschaftsförderungen sind Ansprechpartner für Ansiedlung und Gründungsfragen, Qualifizierung und Beratung, Kontaktaufnahme und vieles andere mehr. An zahlreichen Orten sind bereits lokale Plattformen mit vielfältigen Angeboten für die ortsansässigen Kreativen entstanden.
Als regionales Gemeinschaftsprojekt ist ein großes, jährlich wiederkehrendes Festival in Vorbereitung, das kreative Köpfe und Unternehmen in der Metropole Ruhr sichtbar machen und der weiteren Vernetzung dienen wird. Was in den Jahren 2007 und 2008 unter dem Motto „Essens Kreative Klasse“ mit großem Erfolg verwirklicht wurde, wird ab 2009 in regionaler Dimension als "Kreative Klasse Ruhr" stattfinden: Ein Festival der Kreativwirtschaft, bei welchem sich die Kreativen, die Selbständigen und Unternehmen mit eigenen Programmen, mit ihren Leistungen und Ideen präsentieren.
Die Kreativwirtschaft Ruhr – das sind ganz neue Entwicklungen und mutige Projekte. Kreative Talente und Unternehmen sind eingeladen, diesen spannenden Prozess hautnah zu erleben, davon zu profitieren und ihre eigenen Akzente im Wechselspiel zwischen Kunst, Kultur und Ökonomie zu setzen.