Auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte haben sich viele Unternehmen angesiedelt

Keine Region kann das so gut wie das Ruhrgebiet: ehemalige Industrieflächen zu neuem Leben erwecken. Auf den Arealen stillgelegter Zechen, abgewickelter Hüttenwerke, Brauereien oder Großindustrien entsteht seit mehr als fünf Jahrzehnten immer wieder Neues: Technologie-, Gewerbe- oder Logistikparks oder Startup-Zentren, aber auch Kultur- und Freizeitzentren, neuer Wohnraum und viele Grünflächen für die Naherholung. „Die Reaktivierung ehemaliger Industrieflächen war und ist in der Entwicklung einer Stadt immer ein bedeutender Meilenstein“, sagt Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund. Dieses Engagement schaffe Platz für neue Unternehmen und bereite den Weg für weitere Arbeitsplätze. Westphal verweist auf die Westfalenhütte, ein Stahlstandort im Dortmunder Nordosten, wo sich um den noch verbliebenden industriellen Kern von thyssenkrupp Forschung, mit Ikea, Decathlon oder Amazon attraktive Konsumgüterlogistik oder Logistiker wie Schenker für die Ersatzteil- und Produktionsversorgung angesiedelt haben. Allein Amazon plant mit 1.000 bis 2.000 Arbeitsplätzen. Das Areal um den stillgelegten Hochofen auf Phoenix-West in Dortmund-Hörde ist ein weiteres Erfolgsprojekt vor allem für innovative Schlüsseltechnologien.

 

 

Das ehemalige Opel-Gelände heißt jetzt MARK 51˚7

Opel-Gelände in Rekordzeit vermarktet

Oder: In Gelsenkirchen baut die Bilstein Group, einer der führenden Hersteller und Lieferanten von Pkw- und Lkw-Ersatzteilen, ein neues Logistikzentrum auf dem Gelände des ehemaligen Hüttenwerkes Schalker Verein Ost: 400 neue Arbeitsplätze. Jüngster Geniestreich der Projektentwickler ist die rekordverdächtige Vermarktung des ehemaligen Opel-Geländes in Bochum-Laer, das jetzt MARK 51˚7 heißt. Ende 2015 zog sich Opel zurück. „Anfang 2016 haben wir den ersten Investor vorgestellt. Heute sind bereits alle Grundstücke im ersten Bauabschnitt der Fläche aufbereitet und an namhafte Investoren verkauft“, sagt Prof. Dr. Rolf Heyer, Geschäftsführer der eigens gegründeten Entwicklungsgesellschaft Bochum Perspektive 2022 GmbH, an der die Stadt Bochum mehrheitlich und die Adam Opel AG beteiligt sind. So investiert DHL dort einen zweistelligen Millionenbetrag für ein neues Mega-Paketzentrum und schafft bis zu 600 neue Arbeitsplätze. Um diese Erfolgsgeschichte des Ruhrgebiets fortzusetzen, fordert die BMR Industriebrachen weiter schnell zu mobilisieren und Nutzungsrestriktionen abzubauen. Ansonsten drohe eine Verknappung vermarktungsreifer Gewerbeflächen.