Mikroplastik

Das Problem des Plastikmülls in Gewässern hat in den letzten Jahren eine zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit erlangt. Wissenschaftler, NGOs, Verbände und Medien sind angesichts einer globalen Problematik in noch unbekanntem Ausmaß zunehmend beunruhigt. Laut Definition der amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (ONAA) und gemäß internationalem wissenschaftlichem Konsens werden Kunststoffpartikel mit einer Teilchengröße unter 5 mm als Mikroplastik bezeichnet. Eine grundlegende Unterteilung erfolgt in primäres und sekundäres Mikroplastik.
Zum primären Mikroplastik zählen industriell hergestellte Formkörper aus Kunststoff. Eine Sorte primären Mikroplastiks sind die sogenannten »microbeads«, kugelförmige Mikrokunststoffe, welche z. B. in Hygieneartikeln wie Duschgelen oder Peelings Anwendung finden. Eine weitere Sorte sind sogenannte »resin pellets«, zylinderförmiges Plastikgranulat, welches als Rohmaterial für die Herstellung von Kunststoffprodukten verwendet wird. Diese Pellets werden häufig mit großen Containerschiffen transportiert und können durch Umladeprozesse, Havarien oder illegale Entsorgung in die Gewässer gelangen.
Zum sekundären Mikroplastik zählen Kunststofffragmente und Mikrokunststofffasern. Die Fragmente entstehen in Gewässern und an Land durch mechanische Beanspruchung und Einwirkung von UV-Strahlung auf größere Kunststoffteile wie z. B. Verpackungen, Plastiktüten oder Gebrauchsgegenstände aus Kunstsoff. Die Mikrofasern stammen aus synthetischer Kleidung, lösen sich beim Waschen und emittieren mit dem Ablauf der Waschmaschine in den Wasserkreislauf.
Fraunhofer UMSICHT sieht Erforschung, Entwicklung und Anwendung von Technologien, die die Rückgewinnung von Plastikabfällen aus Meeren und Ozeanen zum Ziel haben, als wichtig an. Mittel-und langfristig favorisiert UMSICHT den Einsatz wirkungsvoller Verwertungs- und Entsorgungskonzepte für Kunststoffe, um den Mikroplastikeintrag an der Quelle direkt zu vermeiden.
Die Bereitstellung von Informationen rund um das Thema Mikroplastik sowie die Untersuchung von Mikroplastik und dessen ökologischen Auswirkungen in Wasserkreislauf und Umwelt sind beispielhafte Ziele der »Initiative Mikroplastik«. Eine Arbeitsgruppe bei Fraunhofer UMSICHT beschäftigt sich aus diesem Grund mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten zu Mikroplastik.

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