Leder

Bei der Ledergerbung dient Chromsalz als Gerbstoff. 40 Prozent dieser Salze gelangen ins Abwasser. Ein Recycling ist verfahrenstechnisch aufwändig und kostenintensiv. Daher gibt es weltweit nur wenige Gerbereien, die das Chromsalz recyceln. Eine Alternative, Chromgerbstoff großindustriell signifikant zu ersetzen oder einzusparen, gibt es bislang nicht.

Das von Fraunhofer UMSICHT entwickelte Gerbverfahren CLEANTAN® reduziert die eingesetzten Mengen an Chromsalz um bis zu 40 Prozent. Zudem kann das mit Chrom kontaminierte Abwasser um über 95 Prozent reduziert werden. Auch die Sulfatfracht im Abwasser sinkt um bis zu 60 Prozent. Ein weiterer Vorteil von CLEANTAN®: Dauerte das Gerben bislang 12 bis 15 Stunden, so ist der Prozess nun bereits in drei Stunden oder weniger abgeschlossen.

Die Vorteile des Verfahrens liegen auf der Hand: Der Gerbungsprozess ist mit CLEANTAN® fünfmal so schnell und vor allem durch den geringeren Chromeinsatz deutlich kostengünstiger und umweltfreundlicher.

Die Hauptinnovation liegt darin, Wasser durch verdichtetes Kohlendioxid bei 30 bar zu ersetzen.
Hierfür haben die Forscher von Fraunhofer UMSICHT eine neue, weltweit einzigartige Anlagen- und
Verfahrenstechnik entwickelt. In einem ersten Schritt konstruierten und verwirklichten die
Wissenschaftler eine Hochdruckanlage mit einem Volumen von 20 Litern. Von 2011 bis 2015
übertrugen sie die Ergebnisse in den vorindustriellen Maßstab: Bei Fraunhofer UMSICHT realisierten sie eine Anlage mit einem Volumen von 1700 Litern, die eine Gerbung von bis zu 15 Rindshäuten mit einer Masse von über 500 kg und einer Lederfläche von über 100 m2 ermöglicht. Die Gerbungen zeigen: Die zuvor erzielten Ergebnisse sind für alle Leder, bspw. Kalbs-, Bullen-, Rinder- und Schafsleder, in den vorindustriellen Maßstab übertragbar.

Da die Materialbewegung hier deutlich größer war als im Technikumsmaßstab, konnte die Qualität zudem nochmals erheblich gesteigert werden. Derzeit übertragen die Forscher die Technologie in den industriellen Maßstab – sie wird sich dann problemlos in bestehende Gerbereien implementieren lassen.

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